Meine eigene Zeitrechnung

Ich denke nicht mehr in Tagen sondern in Monaten:

Es ist über ein Monat vergangen, seit ich meinen letzten Eintrag geschrieben habe. In etwas weniger als einem Monat werde ich meine Möbel, 15 Kisten, Laptop und was von meinen Zimmerpflanzen noch übrig ist in einen Wagen packen und Berlin ebenso schnell wieder verlassen, wie ich es erreicht habe. Naja, äußerlich zumindest. Und mit ein bisschen mehr Gepäck. In 3 Jahren habe ich fleißig an meinem Hausstand gearbeitet und werde mich bestimmt nicht von Geschirr&Co trennen, nur weil ich es die nächsten 6 Monate voraussichtlich nicht nutzen muss.  Äußerlich ist also bald wieder alles beim Alten: Ich werde mich abmelden, wenn ich das Haus verlasse und ich werde beim Knutschen die Ohren spitzen, ob sich auf der Treppe etwas rührt. (Einmal von Mama erwischt werden, reicht für ein Leben völlig aus...)

Mit dem Übertreten der elterlichen Hausschwelle ziehen wir die Rolle wieder an, die wir in vielen Jahren aufgebaut, erkämpft und in Teilen vergeblich abgelehnt haben. Doch welcher Teil dieser Rolle gehört noch zu mir und was habe ich in 3, fast 3 1/2 Jahren auf dem Weg gelassen, abgelegt und aufgenommen? Ich weiß, dass dieses Haus mich jahrelang geprägt hat, sicher mehr als alles andere was mir bewusster, weil präsenter ist. Nicht in Paris, sondern noch viel mehr nach meiner Rückkehr bemerkte ich meine "typisch deutschen" Angewohnheiten und stellte mit großen Augen fest, was alles selbstverständlich scheint... Jetzt bin ich gespannt auf meine Rückkehr in die Heimat , denn dort erst werde ich sehen, was sich verändert hat - an mir und in mir und um mich herum. 

Manches hat sich nicht verändert, aller Aufregung in soo vielen Monaten zum Trotz. Und ich habe das seltsame Gefühl, dass es immer so bleiben wird egal was passiert. Ob das gut oder erschreckend ist, bleibt abzuwarten, Herr Igel.

30.1.10 11:49

Letzte Einträge: Soul (wie) im Bilderbuch, Abgehoben, Zu früh gefreut..., Dezemberträume...(special edition), Erotik in Bronze gegossen

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maike (31.1.10 15:08)
Salut,

ich darf gar nicht anfangen, deine Emotionen näher zu betrachten...bei so einem Schritt läuft ein Meer an Kino in einem Kopf los...

Nur eine Sache: Krieg ich deine Hängeschaukel ;-)
Egal wie groß die ist...ICH WILL SIE!

Kuss
Die Maike


Miriam (1.2.10 23:21)
Es ist ja nicht nur deine Rolle die bleibt/sich verändert. Bei, denen die dich umgeben in der alten wie in der neuen Heimat (was jetzt auch immer was ist) ist es auch der Fall. Nur - man kann ihnen so schlecht in de Kopf kucken.

Schön, dass den Blog weitergeht. Ich mag, wie du schreibst. Aber ich wiederhole mich.

Liebe Grüße,
Miriam


Alessa / Website (5.2.10 11:21)
Lustig, wie unterschiedlich Perspektiven sein können. Auch wenn du wieder zu Hause einziehst, ist in meinem Kopf der Gedanke: "Die nächste, die Berlin verlässt und flügge wird." Es ist ein bisschen wie die letzten Schultage, wenn man sich fragt, wo es uns wohl alle hinverschlagen wird...

Gut aber, dass es Telefon und Internet gibt, und deine Eltern nicht in Timbuktu wohnen.